Entstehung

 

Bereits Anfang der 90er Jahre begannen Musiker, wie die Greenskeepers und Mike Dixon, Jazz und Swing Elemente in deren zeitgenössische Produktionen aufzunehmen. Der Sound der produzierten Tracks erinnerte jedoch eher an Funky House als an Swing House. Erst das französische Label G-Swing brachte 1992 ein Album auf den Markt, das als Swing House bezeichnet werden konnte. Ende der 90er Jahre erfreute sich der Swing House großer Beliebtheit, bis er Anfang 2000 verschwand.  

 

Nachdem 1999 in Chicago eine Swing-House Szene entstanden war, hatte das französische Label BNO die Idee eine komplette Sammlung zu der neuartigen Stilrichtung herauszubringen. Daraufhin veröffentlichte Eddie Barclay mit Swing for Modern Clubbing das erste Electroswing-Album. Ein entscheidender Punkt wurde erreicht als 2009 das erste Sammelwerk erschien, welches vom englischen Dance Musik Magazin Mixmag als erster Meilenstein des Electro Swing bezeichnet wurde. 

 

Ab 2009 entstanden auch viele Clubs rund um Electro Swing, bis 2011 der White Mink- und der Electro Swing-Club das erste Electro Swing Festival, ein eintägiges Event in London, präsentierten. 

 

Ende 2011 wurde bei einem Werbevideo des Cosmopolitan Las Vegas, ein Casino der Deutschen Bank, das Lied Booty Swing von Parov Stelar benutzt und somit erstmals der europäisch geprägte Musikstil der amerikanischen Öffentlichkeit präsentiert. 

 

Der sich während dieser Zeit entwickelnde Nu-Jazz kombiniert Funk und Jazz, aber auch Swing mit Dance, House und Techno. Einer der bekanntesten Vertreter ist der Franzose Ludovic Navarre alias St. Germain. Viele Electro-Swing-Künstler kommen aus der Szene des Nu-Jazz. 

 

Anfangs brachten einige DJs wie Chris Tofu bereits Remixversionen bereits existierender Swing- und Loungetitel heraus. Die ersten Electro Swing Werke von Künstlern wie Jurassic 5 oder Mr. Scruff waren meist einmalige Experimente und wurden nicht als Electro Swing bezeichnet, sondern eher als Swing House oder Nu Jazz deklariert. 2005 begann mit Künstlern wie Parov Stelar und Caravan Palace, die den Sound von G-Swing und Waldeck festigten, der Siegeszug des jungen Genres.